Hinter den Kulissen eines FCE-Spiels

Tausend Hände für 22 Beine:

Ein 2. Bundesliga-Spiel von Energie Cottbus ist ein Großprojekt. Während die elf FCE-Kicker auf dem Rasen um Punkte kämpfen, kümmern sich fast 500 Menschen rund um das Stadion um die Besucher.

Die RUNDSCHAU hat bei einem Spiel mal hinter die Kulissen geschaut.

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9 Uhr: Der Rasen

9 Uhr: Der Rasen wird vor der Partie noch einmal gemäht. Die ideale Länge sind 2,8 Zentimeter, so Energies Platzwart Karl-Heinz Jahn. „Die Spieler wollen den Rasen so kurz, damit unter anderem der Ball besser rollt.“ Jahn kennt auch andere Platzverhältnisse: 1980 stand er selbst auf dem Platz in der FCE-Aufstiegsmannschaft in die DDR-Oberliga. „Wir haben damals noch auf einem Naturrasen gespielt. Da standen auch mal Pfützen drauf. Dadurch konnte man mehr grätschen, was man heute nur noch selten sieht“, so der Energie-Rasenexperte.

11 Uhr: Eingang

11 Uhr: Zwei Stunden vor dem Anpfiff öffnen die Tore des Stadions. Die heiße Phase für den Großteil der rund 475 Personen, die mit der Partie als aktive Spieler, Ordner, Ticketverkäufer oder Parkplatzwärter zu tun haben, beginnt.

11:15 Uhr: Umkleidekabine.

11:15 Uhr: Die Mannschaft betritt die Umkleidekabine. Vorher wurden bereits die Trikots, Hosen und Stutzen bereit gelegt auf den Plätzen der Spieler. Besonders ist bei Energie, dass das Team die Kabine auch unter der Woche im Trainingsbetrieb nutzt. Vor dem Anpfiff haben einige Spieler ihre Rituale: Daniel Adlung taucht zum Beispiel seine Hände eine Minute in Eiswasser. In der Halbzeit wird in der Kabine auch der berühmte „Pausentee“ gereicht – allerdings ist es heute kein Tee mehr, sondern speziell und individuell zusammengestellte Getränke. Auf LR-Online führt Daniel Ziebig im Video duch die Kabine.

12:30 Uhr: TV-Journalisten

12:30 Uhr: Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz stellt sich kurz vor dem Anpfiff live den Fragen der TV-Journalisten. Mit mindestens sieben Kameras wird ein Spiel in der 2. Liga übertragen – die Topspiele des Spieltages sogar mit elf. Die TV-Rechte werden von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) vergeben. Zurzeit kassiert die DFL dafür 412 Millionen Euro pro Jahr – 275 Millionen alleine vom Pay-TV-Sender Sky, der alle 306 Bundesliga-Partien überträgt. Jeder Verein bekommt ein Stück von diesem Kuchen . Die Größe des Stücks hängt von der Platzierung ab. 2012 werden die TV-Rechte für die Spielzeiten ab 2013/2014 neu vergeben.

12:45 Uhr: Stadionwache

12:45 Uhr: Von der Stadionwache aus hat die Polizei das Geschehen im und rund um das Stadion der Freundschaft via Kamera im Blick. Je nach Gegner und dem Gefahrenpotenzial der mitreisenden Fans sind von wenigen hundert bis hin zu 1000 Polizisten im Einsatz. Kosten werden dafür keine erhoben: Die Polizei ist gesetzlich verpflichtet, die Fans zu schützen. Aber alleine der Hubschraubereinsatz vor und nach den Partien kostet mehrere tausend Euro pro Stunde.

13 Uhr: Anpfiff!

13 Uhr: Anpfiff! In dieser Saison kamen bislang 88 055 Zuschauer zu den sieben Energie-Heimspielen. Das entspricht einem Durchschnitt von 12 579 Zuschauer pro Spiel. Cottbus belegt damit zurzeit Rang zwölf in der Besuchertabelle. In der vergangenen Saison waren es am Saisonende durchschnittlich 11 409 Fans pro Spiel.

13:15 Uhr: Die erste Spielhälfte

13:15 Uhr: Die erste Spielhälfte läuft. Abwehrspieler Uwe Hünemeier (r.) gehört in dieser Saison zu den Dauerläufern bei Energie. 1260 Minuten hat er auf dem Platz gestanden – genau wie Keeper Thorsten Kirschbaum. Die Beiden haben bis vor der Partie gegen Bochum alle 14 Saisonspiele absolviert. Kurzarbeiter ist in der Hinsicht Marco Kurth: Er durfte erst genau eine Minute spielen.

13:45 Uhr: Halbzeit!

13:45 Uhr: Halbzeit! Im Stadion stehen den Zuschauern 24 Verpflegungsstände zur Verfügung. 120 Mitarbeiter der Catering-Firma Schlodder grillen Würstchen, schmieren Brötchen und schenken Getränke aus. Arbeitsbeginn ist dabei lange vor Anpfiff: Bereits ab 6 Uhr werden von sechs Mitarbeitern die Stände vorbereitet – und der letzte verlässt um 21 Uhr nach dem Abbau wieder das Stadion. Pro Spiel gehen durchschnittlich eine Wurst und ein Bier pro Zuschauer über den Tresen. Das Lieblingsessen ist dabei keine große Überraschung. Catering-Chefin Christina Schlodder: „Das ist ganz klar die Stadionbratwurst, wie in allen anderen Bundesligastadien auch.“

Wer die Wurst mal live testen will: LR-Online verlost für ein ganzes Team, also elf Personen, ein Paket Stadionwürste bei der Partie am 18. Dezember. Wer gewinnen will, schreibt eine Mail an gewinnen@lr-online.de mit dem Betreff "Stadionwurst".

14.30 Uhr: Die Nordwand

14.30 Uhr: Die Nordwand feuert die Mannschaft an. Seit 2008 ist das Stadion komplett geschlossen. Der harte Fankern steht auf der Nordwand, einer Stehplatztribüne mit 8000 Plätzen – nur fünf Meter direkt hinter dem Tor. Die Stimmung von dort ist auch für die Spieler wichtig. Energie-Profi Daniel Ziebig: „Für jeden Fußballer ist es das Schönste, wenn man vor einem vollen Haus spielt. Gerade in so einem engen Stadion wie hier in Cottbus sind die Fans ganz wichtig, um die Mannschaft 90 Minuten zu unterstützen.“

14:45 Uhr: Abpfiff!

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14:45 Uhr: Abpfiff! Der Schiedsrichter beendet die Partie. Er wird anschließend von einem eigens eingesetzten Schiedsrichter-Betreuer in Empfang genommen, der sich vor und nach der Partie um die Unparteiischen kümmert. Die Kosten für das Gespann übernimmt der gastgebende Verein. Um in den höchsten deutschen Spielklassen pfeifen zu dürfen, braucht ein Schiedsrichter mindestens sechs bis acht Jahre Praxis. Er muss dafür außerdem unter anderem jährlich an acht bis zwölf Tagen Weiterbildungen absolvieren und Sporttests bestehen.

Montag

Montag: Die ramponierte Rasenfläche wird nach der Partie gepflegt. Spätestens drei Tage nach Schlusspfiff ist das Stadion wieder fußballbereit. Die Tribünen sind gesäubert, der Rasen gemäht und geglättet. Und das nächste Spiel steht bereits vor der Tür: Denn an den Wochenenden, wenn die Profis auswärts ran müssen, spielt die U23 im Stadion der Freundschaft. In der Saison ist also durchgängig Spielbetrieb.